Das Engadin hat seit Sonntag eine neue Schneekönigin: Sie heisst Caroline Costa Engelhorn, ist 28-jährig, in der Schweiz geboren und spanisch-deutsche Doppelbürgerin. Die in Barcelona ausgebildete Marketing- und Kommunikationsfachfrau gewann im Sattel ihres eigenen Schweizer Warmbluts Arios Flying am 58. Winterconcours in St. Moritz erstmals die Engadiner Meisterschaft und liess sich im Schneetreiben krönen.
Die neue Schneekönigin ist seit sechs Jahren mit dem Engadiner Landwirt Diego Costa verheiratet, ist (noch) kinderlos, und führt seit 2013 den eigenen Reitstall Stalla Costa in Pontresina. Dort beherbergt sie 13 Pferde, wovon deren zehn Kutschenpferde sind. Aber deren drei sind Springpferde und können fliegen – wie Arios Flying.
Die am vergangenen Sonntag in die Hauptprüfung eingebettete Engadiner Meisterschaft wurde auf schwieriger Schneeunterlage in einem Zweiphasen-Springen ausgetragen, das eine Beute des St. Moritzer Seriensiegers Markus Rhyn aus Herzogenbuchsee wurde. Der Routinier siegte mit Bolivia nach fehlerloser Passage mit einem Vorsprung von rund 1 1/2 Sekunden vor Kurt Reinhard aus Rengg auf seiner Schweizer Stute Chayenne. Der Initialkurs wurde auch von zwei Engadinerinnen makellos bewältigt. Neben der nachmaligen Siegerin Carolin Costa, die eine spanische Mutter und einen deutschen Vater hat, auch von Sarah Robertson aus Zuoz. In der zweiten, entscheidenen Phase verzeichneten beide Amazonen je acht Punkte. Die Zeit musste über die Engadiner-Krone entscheiden. Um knappe zwei Sekunden war Carolin Costa schneller im Ziel, obwohl sie nach einem Abwurf wegen einer schlechten Linienwahl eine Volte drehen musste. „Ich wollte schon gewinnen, aber nicht bedingungslos. Ich pflege einen natürlichen Umgang mit meinen Pferden und will nicht mit Ehrgeiz Erfolge erzwingen. Ich bin von ’natural horsemanship‘ überzeugt“, erzählt die Bachelorette in Marketing und Kommunikation.
Carolin Costa sass schon als Kind in Spanien im Sattel, hat aber erst seit einer Demonstration über natürliche Ausbildung von Pferden und Freiheitsdressur vor vier Jahren in Champfèr von Urs Heer und Tiziana Realini zu echter Freude und Inspiration gefunden. „Der Erfolg in der Engadiner Meisterschaft macht mich stolz. Es ist eine Ehre für mich, weil ich nichts erzwungen habe und das Wohl meiner Pferde höchste Priorität hat“. Wenn nur alle Reiter und Reiterinnen so denken und handeln würden.
Text: Peter Wyrsch