Am offiziellen Pferdesportanlass der Schweiz, dem Longines CSIO St.Gallen vom 1. bis 4. Juni 2017 im Gründenmoos, sind die besten Springreiter der Welt mit ihren herausragenden Pferden am Start. Beim 90. Nationenpreis der Schweiz misst sich die einheimische Equipe mit Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien und Schweden. Für die zehn internationalen Prüfungen mit einem Preisgeld von über 700‘000 Franken sind 63 Reiterinnen und Reiter aus 13 Ländern mit über 150 Pferden gemeldet. Mit 20 Teilnehmern stellt die Schweiz die grösste Delegation.
Zum fast kompletten Elite-Kader gesellen sich auch die Nachwuchshoffnung Bryan Balsiger sowie die Rückkehrer Walter Gabathuler und Beat Mändli. Ein Podestplatz beim 90. Nationenpreis der Schweiz ist das Ziel von Equipenchef Andy Kistler. „Aber es darf gerne auch der oberste Platz auf dem Podest sein“, ergänzt er mit einem Schmunzeln. Denn ein Sieg am Heim-CSIO ist schon eine Weile her. Im Jahr 2000 gewann die Schweiz den Nationenpreis im eigenen Land zum letzten Mal. Damals in Luzern. Der letzte Sieg im Gründenmoos datiert sogar aus dem Jahr 1996. Umso schöner wäre ein Triumph bei der diesjährigen Jubiläumsaustragung. Andy Kistler hat dazu das bestmögliche Team vorgesehen: Der Olympiasieger und zweifache Weltcupgewinner Steve Guerdat, der Schweizermeister und Sieger des Grossen Preises von Mexico, Martin Fuchs, der sensationelle Zweite am Weltcupfinal, Romain Duguet, sowie die routinierten Paul Estermann und Christina Liebherr.
Einfach wird das Unterfangen Heimsieg nicht.
Besonders Rekordsieger Deutschland mit 19 Erfolgen an Nationenpreisen der Schweiz ist immer zu den Favoriten zu zählen. Die beiden Ausnahmekönner Marcus Ehning, aktuelle Nummer 7 der Weltrangliste sowie Olympiasieger, Welt- und dreifacher Europameister mit der Mannschaft, und Marco Kutscher, ebenfalls zweifa-cher Olympiasieger mit dem Team, stechen aus der Mannschaft hervor. Roger-Yves Bost, Olympiasieger mit Frankreich an den Olympischen Spielen in Rio, führt die Equipe Tricolore an. Mit bisher 14 Siegen liegt Frankreich auf Platz zwei der siegreichsten Teams. Jungstar Bertram Allen kehrt mit seinen irischen Kollegen als Titelverteidiger ins Gründenmoos zurück. Gregory Wathelet und Lorenzo de Luca sind die herausragenden Leader der Teams aus Belgien und Seite 2 Italien. Brasilien mit Olympiareiter Eduardo Menezes und dem überraschenden Sieger des Grossen Preises von La Baule, Pedro Junqueira Muylaert, sowie Schweden mit Henrik von Eckermann und vier Amazonen, werden als Aussenseiter alles tun, um für eine Überraschung zu sorgen. Neben der Schweiz geht es auch für Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden um Punkte, die eine Teilnahme am Finale des FEI Nations Cup von Ende September in Barcelona ermöglichen. Nur sieben von insgesamt 10 Ländern aus Europas Top-Liga können sich dafür qualifizieren.
Mit insgesamt 20 Schweizer Reitern ist das Elitekader fast vollständig vertreten. An keinem anderen Turnier der höchsten Kategorie erhalten so viele unserer Reiter eine Startgelegenheit. Für sie alle geht es darum, sich mit guten Leistungen bei den schwierigen Prüfungen für höhere Aufgaben zu empfehlen. Speziell ist die Teilnahme für Bryan Balsiger, Walter Gabathuler und Beat Mändli. 1987 gewann Walter Gabathuler mit The Swan die Team-Bronzemedaille an den Europameisterschaften im Gründenmoos in St.Gallen. Zusammen mit Philippe Guerdat, heute Chef d’Equipe Frankreichs, Markus Fuchs und Willi Melliger. Als Einziger ist Gabathuler auch 30 Jahre später noch im Sattel dabei. Nach seinem bemerkenswerten Comeback im letzten Herbst ist der Grandseigneur des Schweizer Springreiter zurück im Spitzensport und seit 2005 erstmals wieder im Gründenmoos am Start. Ein weiterer Rückkehrer ist der Schaffhauser Beat Mändli. Sein letzter Start in St.Gallen liegt sechs Jahre zurück. Er bringt die von ihm trainierte junge Amerikanerin Katherine A. Dinan mit. Erst zehn Jahre nach der EM-Medaille von Walter Gabathuler ist Bryan Balsiger überhaupt geboren. Heute ist er eines der grössten Nach-wuchstalente der Schweiz und es ist für ihn sein erster Start am Longines CSIO St.Gallen.
Sportliches Programm am Pfingstwochenende
Den Auftakt bildet die CSIO Goodwill Trophy. Ambitionierte Amateure erwartet das einmalige Erlebnis, am Donnerstagvormittag ins Stadion Gründenmoos einreiten zu können. In zwei Prüfungen können sich die 20 Besten für das Finale qualifizieren, das am Freitagabend stattfin-det. Direkt im Anschluss an den FEI Nations CupTM, den ersten sportlichen Höhepunkt des Events. Am Samstag werden vor dem Grossen Jagdspringen wieder die Golfschläger ge-schwungen. Dabei sind Persönlichkeiten wie Nationalratspräsident Jürg Stahl, Ex-Skirennfahrer Andy Wenzel und Comedian Claudio Zuccolini. Zudem dürfte auch Romain Duguet die Sportart wechseln und statt hoch zu Pferd mit Schläger und Ball für ein gutes Resultat sorgen. Am Seite 3 Sonntag folgt mit dem Longines Grand Prix der Schweiz die sportliche Krönung des gesamten Pfingstwochenendes.
Text: Pressdienst Foto: CSIO St. Gallen (Duguet/Stoessel/Balsiger/Kistler)